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Die Freiheit ist unsere Sicherheit

2003-04-01

Avram Kokhaviv

SARS

Eine Waffe im Krieg gegen Asien

Wer wendet sie an?

Der Krieg gegen den Iraq begründet und rechtfertigt sich in starkem Maße mit dem Vorwurf, das Regime in Bagdad verfüge über biologische und chemische Massenvernichtungsmittel, die es bei Bedarf - sobald es mit ihm zu Ende geht - auch einsetzen werde.

Als Beleg für diese These wird stets angeführt, daß Saddam Hussein bereits im Ersten Golfkrieg und im Krieg gegen den Iran solche verbrecherischen Mittel angewendet habe.

Vergessen wird dabei gern, daß diese "Kampfstoffe" aus amerikanischen und anderen westlichen Quellen stammten.

Die jüngeren Anthrax-Vorwürfe gegen den islamischen Terrorismus ließen sich nur insoweit verifizieren, als das in den USA gestreute Gift aus eigenen - also US-amerikanischen - Militärbeständen kam.

Seither ist es auch wieder still darum geworden.

USA und Rußland sind die einzigen Staaten, die solche Massenvernichtungsmittel besitzen "dürfen", was nichts anderes bedeutet, als daß sie den Besitz und den Einsatz solcher genocidalen Stoffe sich vorbehalten haben und anderen Staaten "verbieten" wollen.

Das Problem ist die Bedrohung, die von den imperialen Mächten ausgeht.

Ohne den amerikanischen und den russischen Imperialismus gäbe es bei den heute bedrohten Völkern nicht das Bedürfnis oder die Notwendigkeit, sich dagegen zu wehren.

Die ursprüngliche Drohung kommt aus dem Atomwaffenpotential, gegen das die kleineren Staaten wehrlos bleiben.

In der Asymmetrie der Bewaffnung sehen die Atommächte eine Gefahr für sich.

Chemische und biologische Waffen sind relativ einfach und billig herzustellen oder zu beschaffen.

Die BC-Waffen der Kleinen bedrohen das A-Waffen-Monopol der Großen.

Die unmittelbare Gefahr für die Kleinen besteht nun darin, daß die Großen ihrerseits nicht A-, sondern B- und C-Waffen gegen diese Kleinen "vorbeugend" einsetzen.

Die Präventiv- bzw. "Preemptiv"-Strategie der USA gegen die "Achse des Bösen" ist dieser neuen Lage angepaßt.

Es geht nicht um "Gut" oder "Böse", sondern um die zunehmenden Versuche in der Welt, sich aus der Bevormundung durch Rußland und die USA zu befreien.

Jeder Kriegspartner wird seine Position auch moralisch rechtfertigen, darauf kommt es zunächst gar nicht an.

Andererseits hat der Unterdrückte gegenüber dem Unterdrücker das historische Recht auf seiner Seite.

Es läßt sich fundamental ethisch begründen.

Die angeblich aus Asien kommende, jedenfalls in Fernost grassierende SARS-Seuche hat via Börsengeschäft bereits eine große Verunsicherung in die dortige Wirtschaft gebracht.

Nutznießer dieser ("Shock and awe") Entwicklung ist zweifellos die Konkurrenz in Europa und den USA.

Wir leben im wissenschaftlichen Zeitalter und hören immerfort, welche Gefahren uns von den "Schurkenstaaten" der "Achse des Bösen" aus der Zweiten und Dritten Welt drohen.

Das bislang "unbekannte", mithin wahrscheinlich in irgendwelchen Labors künstlich gezeugte und gezüchtete Lungen-Killer-Virus SARS bietet sich als neue Waffe im Krieg gegen die die Vormacht des Westens gefährdende demografische Entwicklung in Ost und Süd an.

AIDS, ANTHRAX, SARIN, AGENT ORANGE... waren einige der namentlich bekannten Vorläufer in der chemisch-biologisch-pharmazeutischen Kriegführung.

Die geschürte BC-Waffen-Furcht vor den Iraqern ist eine Warnung, ein Fingerzeig - Haltet den Dieb! - auf die wirklichen Absichten der Invasoren.

Der Krieg gegen den Iraq zeigt Tendenzen der Ausweitung zum Weltkrieg um die Vorherrschaft im kommenden Zeitalter.

Die Enttäuschung der Amerikaner über die gleich zu Beginn erlebten Mißerfolge auf dem militärischen Schlachtfeld ist die erste Voraussetzung für den nötigen Haß auf die Menschen des gegnerischen Lagers, auf den Feind als menschliches Wesen.

Gegen einen "unheimlichen" Feind sind alle Mittel recht.

Das ist die "Koalition der Willigen" gegen die Unwilligen.

Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt. Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt,

sagt Goethes Erlkönig unverfroren.

Die Szene erinnert an das Versprechen der Militärstrategen an die jungen Soldaten, der Feind werde in Scharen und mit Blumensträußen ihnen entgegenlaufen, nicht nur kapitulieren, sondern den Eindringlingen aus den USA erste Eroberungshilfe leisten.

So würde die Vergewaltigung zu einer Vergewohltätigung.

Die daraus folgende Enttäuschung lag in der Absicht der Täuscher.

Nichts nährt den Haß so nachhaltig wie abgewiesene Liebe.

Psychologische Kriegführung zeigt erste Wirkung in den eigenen Reihen.

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